Hartwig Gauder: der Mann mit den drei Herzen zu Gast in Esslingen

Er ist einer der erfolgreichsten Leichtathleten weltweit – Hartwig Gauder. Und er meisterte mit bewundernswerter Kraft seine schwere Herzerkrankung, die er nur dank eines künstlichen Herzens und der anschließenden Herztransplantation überlebte.

Der Förderverein „Herzklopfen“ hatte den Olympiasieger im 50-km Gehen, Europa- und Weltmeister am 24. Oktober in den Kronensaal der Kreissparkasse in Esslingen eingeladen. Als Gesprächspartner saßen der Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Esslingen, Prof. Matthias Leschke, und der Chef der Sana Herzchirurgie, Prof. Kai-Nicolas Doll mit seiner Frau, Dr. Susanne Doll, die als Intensivmedizinerin am Herzzentrum Leipzig herztransplantierte Patienten betreute, auf dem Podium. Von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) überbrachte deren kommissarischer Leiter, Dr. Carl-Ludwig Fischer-Fröhlich, gute Wünsche des Vorstands und warb bei dieser Gelegenheit dafür, dass doch mehr Bürger für eine Organspende bereit sein sollten.

Es ging an diesem Abend doch nur vordergründig um das Thema der Herztransplantation. Hartwig Gauder berichtete, wie er seine Krankheit meisterte. Wie er mit dem Warten auf das Spenderorgan, mit der Anspannung vor dem Eingriff und schließlich mit Schmerzen und vielen anderen Einschränkungen auf dem langen Weg der Genesung fertig wurde. Gauder ist einer, der nicht aufgibt. Der die Vergangenheit zurücklässt und nach vorne schaut. Immerhin bestieg er fünf Jahre nach seinem schweren Eingriff als erster herztransplantierter Menschen Japans höchsten Berg, den Fujj-san. Und seitdem ist es für ihn eine wahre Mission, anderen in Büchern, Interviews und Vorträgen den Gedanken nahezubringen, seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und damit auch Erfolg zu haben.

„Mir geht es darum,“ so Gauder, „jene zu unterstützen, die Sport aus purer Freude und ihrer Gesundheit zuliebe treiben.“ Gauder hat sich als einer der ersten für das Walking stark gemacht, als viele diese dezente Sportart noch für eine vorübergehende Modeerscheinung hielten. Die Menschen wollen schon gesünder leben, Gewicht verlieren, doch meistens scheitern sie. Wer ein anderes Leben führen wolle, so Gauder, müsse ein anderes Denken leben. Gauders Lebensmotto “Fürchte dich nicht, langsam zu gehen, fürchte dich nur, stehen zu bleiben!“. Er hat es selbst praktiziert – damals als Hochleistungssportler, dann als Patient und schließlich in seinem neuen Leben als Architekt und ganz aktuell als Leiter der Stabstelle Gesundheitsmarketing an der Universitätsklinik Jena. In dieser Funktion versucht er die Bedürfnisse und Erwartungen der Patienten, Mitarbeiter und Kooperationspartner mit den Angeboten des Universitätsklinikums Jena zusammenzubringen.

Es war ein spannender, beinahe atemberaubender Abend in der Kreissparkasse mit vielen Informationen und Anregungen, ein besseres, gesundes Leben zu führen. Am 21. November hält die Esslinger Fachärztin für Plastische Chirurgie, Dr. Karina Klein, im Rahmen der Gesundheitsakademie des Fördervereins "Herzklopfen" einen Vortrag mit anschließender Fragerunde zum brisanten Thema: Plastische Chirurgie – Handwerk, Ästhetik und Psychologie.

von links: Werner Waldmann, Prof. Matthias Leschke, Prof. Kai-Nicolas Doll, Frau, Dr. Susanne Doll, Hartwig Gauder